Immer diese Frauen

Kurz und bündig: Frauen sind kompliziert. Denken Männer. Wir wirken für uns überhaupt nicht kompliziert, denn wir wissen ja, was wir meinen. Wäre es anders und wir wüssten nicht, was wir wissen, würden wir uns bemühen zu wissen, was wir wissen, was ebenfalls darauf hinauslaufen würde, dass wir uns weiterhin für unkompliziert hielten. Der vorangegangene Satz beweist das Gegenteil.

Mein Exfreund arbeitet sehr an sich und wir kommen uns wieder näher. Ohne diese Veränderung wäre das gar nicht möglich gewesen. Der junge Mann mit dem großen Herz hat mir eine Menge beigebracht und gezeigt, dass es beziehungstechnisch immer auf das richtige Timing ankommt. Unseres war grauenvoll.

Das waren ersteinmal die News zum Montag.

15.4.13 14:41, kommentieren

How did it come so fast..?

Manchmal frage ich mich, ob ich liebe. Ich bin eine überzeugte Romantikerin, aber was ist eigentlich das Modell "Liebe"?

Ist Eifersucht ein Zeichen von Liebe oder Ausdruck purer Selbstzweifel? Ist das, was ich will, auch das, was ich brauche? Oder will ich etwas, WEIL ich es brauche?  Kann man Gefühle für mehrere Personen haben, oder belüge ich mich selbst, damit ich am Ende nicht alleine bin?

Ich habe meinen Freund betrogen. Ich hätte mir das niemals zugetraut und ein Teil von mir weigert sich noch in diesem Moment, das zu glauben. Am Anfang hat es meiner Beziehung geholfen. Aus diesem Verhältnis holte ich mir die stets erhoffte, doch nur selten erhaltene Bestätigung und die Kraft, weiterzumachen und geduldig zu bleiben. Ich setzte mir und meinem Freund ein Ultimatum; frei nach dem Motto "Entweder das oder Schluss." Leider war ihm die Ernsthaftigkeit dessen nicht bewusst. Zum Teufel mit Rücksichtnahme und Geduld. Zwar beschweren sich Partner immer über allzu direkte Aussagen ("In dem Kleid siehst du aber fett aus!", aber mal ehrlich: Wer von uns möchte auf dem Klassentreffen schon aussehen wie Presswurst. Dann doch lieber die Spitze einstecken und etwas dezent Schwarzes anziehen.

Ich habe einen Fehler gemacht. Dass die Motive dahinter Sehnsucht und sogar Liebe waren, ändern nichts. Es war der falsche Weg.

Das Folgende soll keine Entschuldigung sein.

Die Beziehung war sehr schön, wir uns sehr nah. Er hatte Pläne, ich war 17. Dass ich ihn betrogen habe, ist ein Zeichen gewesen, dass etwas nicht stimmt, das wusste ich. Ich versuchte, etwas zu ändern, ohne Erfolg. Ich habe den ersten Schritt in Richtung Unabhängigkeit gewagt, doch habe ihn nicht mitgenommen. Ich habe nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Ohnmacht gehandelt. Ich bin ein Mensch aus Glas, nicht aus hartem Marmor. Zumindest das weiß ich jetzt.

Der Andere kann mir Alles geben, was ich brauche. Er heilt mir die Flügel, damit ich wieder zu mir fliegen kann. Wo war ich die letzten Monate? Dass meine Schwingen geschmolzen waren, merkte ich erst, als ich im kalten Wasser landete. Ich glaube, mein Begleiter während des letzten Jahres ertrinkt gerade bei dem Versuch, mich zu retten. Er hebt nicht mich, sondern einen Stein, der am Grund liegt. Wie lang wird es dauern, bis er ihn endlich loslässt?

Es war ein langer Weg, doch nun weiß ich, dass ich wirklich noch einen eigenen Körper besitze und dass ich bin. Ich bin und ich liebe. Beide. 

Fliegen lernen ist so schön.

20.3.13 16:51, kommentieren

Die Zeit, die mir bleibt

Ich brauche nicht jetzt sofort Alles. Ich muss mich nicht jetzt entscheiden. Ich habe Zeit. Besser spät als nie, nicht wahr?

Manchmal vergesse ich, wieviel Zeit mir bleibt. Manchmal will ich einfach. Manchmal habe ich das Gefühl, unendlich lange zu warten. Doch was bin ich schon, wer bin ich schon, dass ich versuche, jetzt sofort alles zu erreichen, jedes Ziel, jeden Meilenstein? Wieso unglücklich sein, weil ich etwas nicht geschafft habe? Ja, warum eigentlich; ich bin am Leben, und solange ich am Leben bin, habe ich Zeit für einen neuen Versuch an einem anderen Tag, vielleicht sogar in einem anderen Jahr. Es gibt Dinge, für die die Gegenwart einfach noch nicht bereit ist.

Ich bin jung. Ich habe Zeit.

Ich werde nicht am Ende meines Lebens zurückblicken und sagen "Hätte ich doch damals.." oder "Ich habe dies und das nicht geschafft.". Wenn ich dies sage, dann war mein Leben schon viel früher vorbei. Habe ich etwas nicht erreicht, sollte es wohl nicht so sein. Dann wollte jemand oder etwas es so. Soll ich mein Leben wegen eines Fehltritts verurteilen? Ist es deswegen weniger schön?

Warum nicht warten mit der Jobsuche, und mir ersteinmal einen Wunsch erfüllen? Warum später um eine verpasste Chance weinen? Warum es nicht einfach wieder und wieder versuchen? Warum jetzt gleich entscheiden? Warum erst später?

Es ist mir gleich.

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Ich bin jung. Ich habe Zeit.

7.1.13 03:36, kommentieren

Frohe Weihnachten allerseits...

...meint bei mir, alle vertragen sich und sind happy über ihre Geschenke oder (idealerweise) einfach nur wegen der herrschenden Harmonie.

In meinem Fall gilt beides. Seit ich den gestrigen Abend im Zimmer meines Bruders mit ihm und seinen Freunden verbracht habe -Wow, das hört sich schon fast anstößig an- ist er sehr nett. (Ich habe aber, anders als er, nicht das Bedürfnis, unsere letzte Auseinandersetzung zu ignorieren.) Wir hatten heute erstaunlich wenig Stress und waren sehr einträchtig, haben uns die Bäuche vollgeschlagen und diverse Spiele gespielt. Momentan sitzt "der Rest" noch unten am Tisch mit einem befreundeten Paar, und spielt Die Siedler.

Die ersten Weihnachtsgeschenke wurden ausgetauscht. Wobei. Eigentlich haben nur meine Mutter und ich "getauscht", denn Julian hatte wie jedes Jahr kein Geschenk, wegen angeblichen Geldmangels. Toller Grund. Aber besaufen kann man sich for free, oder was?!

Ich hatte auch keine Kohle, habe aber meiner Mama eine Collage auf Din A3-Format gebastelt. Dabei waren Ausschnitte aus Zeitschriften ("Bauchfrei über 40-Geht das?!", sowie einige Fotos von ihr (mit irischer Koboldperücke), uns (mit Kaltwachsstreifen) und ihrem Freund (in der Bahn nach Erfurt). Es ist das erste Jahr seit ich denken kann, in dem mein Bruder nichts von mir bekommen hat.

Ich selbst bekam Geld, Parfüm, schwarz-rote Kopfhörer und zwei Karten für "Shadowland" (13.01.). Da werd ich mir mit meiner Mama einen schönen Abend machen. Morgen werd ich noch zu meinen Tanten und meiner Oma gehen und ihnen beim Essen zuschauen. Denn "Auf die Speisekarte schauen ist erlaubt, aber gegessen wird daheim.". Gleiches Thema mit meinem Freund. ;-)

Achja, apropos "Freund". Seine Oma und seine Mama haben mir auch eine Kleinigkeit besorgt. Wie süß ist das denn?!! Ich freu mich auch sehr auf sein Geschenk, da ich weiß, dass er total nervös ist und sich die ganze Zeit Gedanken macht, ob es mir denn gefallen wird. Ich kann ihm so oft erzählen, wie ich will, dass es mir tatsächlich nicht um den materiellen Wert geht oder um den Einfallsreichtum oder was-weiß-ich. Wenn ich weiß, er hat sich bemüht, kann er mir auch ein Gutschein für Ponyreiten schenken oder einfach einen Tag, wo er mir ganz allein gehört. Ich hab ihm gesagt, er soll selbst was machen, aber er ist nicht mit besonderen künstlerischen Talenten gesegnet.

Ich hab mir auch lange überlegt, was ich ihm schenke, aber ich weiß nicht, ob er die Sache genauso sieht, wie ich. Ich will's hoffen, denn besonders nützlich sind meine Geschenke nun wirklich nicht, dafür weiß ich aber bei zwei von ihnen, dass er sie sich wünscht. Eins von den dreien ist ein Urlaub Ende März, den ich aber nur zu drei Vierteln zahle. Das musste ich natürlich vorher mit ihm absprechen. Das andere ist etwas, was wir beinahe täglich ansprechen. Das dritte wünscht er sich (aber ich denke nicht, dass du jetzt weißt, was ich meine, mein Schatz ;*), es hat aber keinen bestimmten Nutzen. Dann werde ich ihm noch etwas Viertes geben, was allerdings nicht neu und nicht besonders großartig ist. Ich hatte es noch daheim und er braucht es. Freuen wirst du dich bestimmt trotzdem, denn du hast sowas nicht mehr ;-)

Tipp: Das zweite ist kein Tiger. Das dritte ist kein Strip. Das vierte ist kein Skateboard-Helm.

Mit Markus' Geschenk bin ich jetzt auch fertig; gleiches Prinzip: Persönlich und hoffentlich auch originell. Jus Geschenk ist witzig und genauso persönlich, aber eben auch nicht praktisch. Yellow bekommt ein Präsent von ähnlich emotionalem Wert. Jedes dieser drei ist selbstgemacht und dahinter steht -wie bei jeder guten Überraschung- eine Geschichte, die ich hier später auch noch erläutern werde.

Niggens und Nils' Geschenke sind annähernd die gleichen, aber auch mit sehr großem Aufwand verbunden. Dort spiegelt sich das Grundkonzept wider: Es wird ihnen vielleicht nicht gefallen, aber sie werden sich AUF JEDEN FALL darüber freuen.

Robs ist ein olles Markenschwein. Was der von meinem Geschenk halten wird, weiß ich wirklich nicht.

Und der fetten Martin wird auf sein Geschenk auf jeden Fall abgehen :D (Du kennst meine Geschenke ja schon.)

Oh scheiße, ich habe grade eine Fruchtfliege erschlagen. Die saß so auf meinem Arm und das war ein Reflex. Shit.

Lasst mich.

 

Ich wünsche ein frohes Fest gehabt zu haben. Ihr werdet bestimmt alle fett.

Genießt die Zeit, in der alle gezwungen sind, nett zu sein. Und an die, die gezwungen sind: Es ist nicht so schlimm, wie ihr denkt. Traut euch mal, jemanden in eure Nähe zu lassen. Nachts könnt ihr euch ja immernoch bei CS abreagieren.

24.12.12 23:13, kommentieren

Kind

Ich habe mich gerade gestritten. "Gestritten" ist eigentlich das falsche Wort. Ich diskutierte ganz normal mit meinem Bruder, bis er mir jedes Mal ins Wort fiel. Ich wies ihn darauf hin, dass das asozial sei. Er meinte daraufhin, das sei ihm egal und ich hätte sowieso nichts mehr zu sagen, was er nicht schon wüsste. Mir traten Tränen in die Augen, weil mir klar wurde, dass es meinen Bruder nicht interessiert, was ich denke und sage. Er hat selbst große Probleme und ich stärke ihm immer den Rücken. Dass er mich so überging und mich offensichtlich verletzen wollte, war hart. Als meine Stimme zitterte sagte er, ich solle nicht heulen, das würde bei ihm nicht ziehen. Ich habs trotzdem getan. Aber er hörte nicht auf, mich nieder zu machen, auch, als ich aufstand und ging. Er hörte auch nicht auf, als ich ihn anschrie, ich würde mir so viel Mühe mit ihm geben.

Meine Mutter kam 3 Minuten später in mein Zimmer, ich schaute mir weinend mein Fotoalbum von Wernigerode an. Sie saß nur kurz neben mir, dann sah sie ein Bild, dass ihr nicht gefiel. Sie bat mich nachdrücklich, es rauszunehmen. Dann stand sie wieder auf und ging.

Ich weiß, was ich fühle. Es ist nicht nötig, es tatsächlich zu fühlen. Zu WISSEN, ist richtig; nicht, zu FÜHLEN. Ich merke, wie ich vor und zurück wippe, wie ich zittere, weil ich nicht fühlen will. Wie sich mein Körper wehrt. Der Druck auf meinem Hinterkopf ist beinahe nicht zu ertragen. Ich habe Angst, in mich hinein zu hören, denn ich weiß, was mich dort erwartet.

Ich bin doch noch ein Kind.

21.12.12 21:51, kommentieren

Immer mehr Leute lächeln mir zu...

Das ist etwas, was mich wirklich überrascht. Eigentlich bitter, dass es das tut..

Es gibt weiterhin Leute auf meiner Schule, die mich nicht leiden können, ohne ein Wort mit mir gewechselt zu haben, aber wie ich ja schon in "Diva" schrieb, ist das okay.

Heute in Englisch habe ich mich gemeldet und etwas zum Unterricht beigetragen, und als ich fertig damit war, drehte sich ein Mitschüler zu mir um und lobte mich dafür. Ich war vollkommen baff. Dieser junge Mann ist generell sehr nett und offen; ich glaube, er kann mich ganz gut leiden. Aber trotzdem hat mich das total aus der Bahn geworfen.

Jedes Mal, wenn ich in der Pause zu meinem nächsten Unterrichtsraum gehe, gibt es Leute, die mir nicht in die Augen sehen (können), obwohl/weil ich sie seit Jahren kenne. Aber immer wieder lächelt mich jemand ehrlich an und grüßt mich, einige winken mir wie bekloppt zu oder rennen mich fast über den Haufen. In diesen Momenten weiß ich nicht, was ich fühlen soll. Angekommen: Nein. Angenommen: Vielleicht..?

Es ist ein schönes Gefühl, gemocht zu werden. Ich denke nicht, dass man hier weiß, wie schüchtern, sensibel und vorsichtig ich bin. Ich denke nicht, dass diese Leute wissen, was es mit mir macht, wenn sie nett zu mir sind.

Ich denke nicht, dass ICH weiß, was es mit mir macht.

Aber es ist schön.

4 Kommentare 11.12.12 16:43, kommentieren

Ich halte so vieles.

Wer hält mich?

6.12.12 19:25, kommentieren