Immer diese komischen Menschen, die ihren Krieg nicht in den Griff bekommen...Tztztz

Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, sieht's in Nahost mal wieder nicht so chillig aus.

Auf der einen Seite stehen die Israelis, die vor ungefähr 10 Jahren (?) den Gaza-Streifen "abtreten" mussten, und die vor einigen Tagen aus Gaza beschossen worden waren; auf der anderen Seite das radikal-islamische Hamas-Regime, deren Militärchef Ahmed al-Dschabari am Mittwoch im Zuge der israelischen Gegen-Operation "Säule der Verteidigung" durch eine Rakete getötet wurde.

Seitdem verstärkten sich die Angriffe auf Gaza immermehr, bis letzte Nacht (Donnerstag/Freitag), in der ca. 130 Angriffe geflogen wurden. Aber genauso wie die Ermordung des extremen deliberalen vielleicht-terroristischen Militärfutzis AHMED (diese ganze Story inkl. Namen sind doch reines Klischee :D) wurden die Angriffe als Verteidigungsmaßnahme gerechtfertigt, da sie unterirdischen Raketenstellungen galten.

Doch auch die Gazen...Gazas...Gazierer...Gazianer (??!) waren nicht untätig, und so kam es, dass das erste mal seit dem Golfkrieg (1991) die Sirenen in Tel-Aviv wieder heulten, als die Stadt mit Raketen beschossen wurde.

Dies waren die vordergründigen Infos, jetzt aber zu meinem eigentlichen Anliegen:

19 Palästinenser kamen um, davon ZWÖLF (!!!!) Zivilisten. Ich finde ja, es sollte irgendwo auf der Welt einen Ort geben, an dem Kriege ausgetragen werden. Nur freiwillige Soldaten wären dort, keine eingezogenen Familienväter oder Jungs, die noch nichteinmal ein Mädchen geküsst haben. Keine Zivilisten. Das hätte mehrere Vorteile: Die Städte müssten nicht ständig wiedererbaut werden, und Spendengelder könnten für etwas anderes genutzt werden, als für Trinkwasseraufbereitung. Es gäbe keine Toten mehr unter den Menschen, deren Krieg das eigentlich gar nicht ist. Vielleicht würden die Regierungschefs auch schneller gar keine Lust mehr haben, weil sie weniger zum plattmachen haben und weniger Soldaten.

Immer dieses "Oh mein Gott, du hast mir in die Suppe gespuckt, dafür kotz ich jetzt in deine!!"... Natürlich hat das alles seine Hintergründe, natürlich haben die Menschen dort eine ganz andere Kultur, aber darf man eine Kultur des Krieges wirklich "kultiviert" nennen? Keiner kann mir erzählen, die Zivilisten sterben gerne für ihr Vaterland. Natürlich, stolz sind sie alle. Aber die wenigsten Frauen sind bereit, ihre kleinen Kinder von einer Granate zerfetzen zu lassen, nur, weil sie auch ihre Würde haben.

Wenn die Soldaten sich entschließen, zu kämpfen, dann sollen sie das machen. Aber wie herzlos kann ein Präsident sein, wenn er (ausversehen) Kinder tötet, um dann nur die Opfer seiner eigenen Nation zu betrauern? Wofür?

Dieses Hin und Her macht soviel kaputt, auch in unserer Gesellschaft (,wenn natürlich auch in einer ganz anderen Form): Jemand erzählt schlechte Dinge herum und deswegen muss man es ihm gleichtun? Jemand schläft mit meinem Ex-Freund, deswegen muss ich's ihr heimzahlen?

Wenn man die Bilder dieses Krieges sieht, sollte einem klar werden, wie kurz das Leben ist. Man sollte morgens mit einem Gefühl der Dankbarkeit aufstehen, für Alles, was man hat. Man sollte seine Taten und Gefühle nicht von Anderen abhängig machen, sondern die Fehler anderer Menschen einfach hinnehmen. Man sollte lächeln.

Leon, ich hoffe, dir geht es gut und du bist nicht inzwischen beim Militär. Soweit ich mich erinnere, hast du nicht in Tel-Aviv gewohnt. Keine Bange, ich lächel für dich mit.

 

16.11.12 10:40

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Little-Miss-Sarky (16.11.12 10:55)
Das Bild ist im Übrigen von dieser Woche. Diese Woche wurden diese Männer getötet. So sah es dort aus, während wir hier puren Alltag hatten.


Murphys Pub (16.11.12 13:54)
Die Bevölkerung im Gazastreifen empfindet sich als Palästinenser.
Kriege werden immer auf dem Rücken von Unschuldigen,Zivilisten,Leuten wie dich und mich ausgetragen,daher macht auch die Überlegung einen externen Ortes keinen Sinn.
Zur Verteidigung Israels ohne damit mit der israelischen Außenpolitik zu sympathisieren:
Shoa. Seit mehr als vor 2000 Jahren sind die Juden aus Israel vertrieben worden und wurden nirgends lange willkommen geheißen. Weder im mittelalterlichen England noch in Spanien,Russland


Murphys Pub (16.11.12 14:00)
oder Frankreich. Sie wurden immer als fremde beäugt und dementsprechend behandelt,egal wie gut sie assimiliert waren. Dann kam der Holocaust. Diese Menschen und ihre Kultur sind davon geprägt. Und wenn sämtliche Nachbarländer Israels sich gegen dieses verschwören und es "von der Landkarte ausradieren" wollen, ist die Reaktion Israels leichter zu verstehen. Denn Israel kämpft mit allen Mitteln für ein Ziel: Nie wieder Holocaust. Nie wieder Shoa.
Bleibt die Frage ob der Zweck die Mittel heiligt. (Ist die Tötung Bin Ladens durch die Amerikaner moralisch sowie ethisch
vertretbar?)


Little-Miss-Sarky (16.11.12 14:16)
Ach Urmel, ich habe doch niemanden angegriffen, außer den Staatsoberhäuptern, die das nich wie Männer klären können ;D
Aber da spielen ja noch ganz andere Fakten rein...z.B. die Flüchtlinge, die aus Israel flohen und nun nicht wieder in ihre Heimat dürfen. Die Israelis beantspruchen auch Land für sich, das nach internationalem (!!) Recht nicht ihnen gehört, denn sie begründen die Besetzung dieser Gebiete mit ihrer Religion (vonwegen geheiligtes Land und sow, du kennst dich da ja aus ), und das erinnert mich doch schon stark ans Dritte Reich, frei nach dem Motto "Hier düren nur Arier existieren!", so nun hier "Hier dürfen nur wir leben!".. Dann die Jerusalemfrage, vonwegen ungeteilte Hauptstadt (der Nahost-Gipfel scheiterte hier 2000). Dann der Golan als wichtiger milit. Standpunkt zwischen Syrien, Libanon und Israel, aber auch als Wasserquelle, weswegen es ja auch einige Konflikte gibt. Also die Multikausalität ist schon ziemlich krass. Dass ihre Vergangenheit und Religion diese Dinge rechtfertigen, ist zweifelhaft und ich weiß, das wolltest du auch gar nicht behaupten. Ich wollte nur den anderen hier einen kleinen Einblick in de Marterie schaffen, und da hilfst du mir ganz pornöööös )

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