Kind

Ich habe mich gerade gestritten. "Gestritten" ist eigentlich das falsche Wort. Ich diskutierte ganz normal mit meinem Bruder, bis er mir jedes Mal ins Wort fiel. Ich wies ihn darauf hin, dass das asozial sei. Er meinte daraufhin, das sei ihm egal und ich hätte sowieso nichts mehr zu sagen, was er nicht schon wüsste. Mir traten Tränen in die Augen, weil mir klar wurde, dass es meinen Bruder nicht interessiert, was ich denke und sage. Er hat selbst große Probleme und ich stärke ihm immer den Rücken. Dass er mich so überging und mich offensichtlich verletzen wollte, war hart. Als meine Stimme zitterte sagte er, ich solle nicht heulen, das würde bei ihm nicht ziehen. Ich habs trotzdem getan. Aber er hörte nicht auf, mich nieder zu machen, auch, als ich aufstand und ging. Er hörte auch nicht auf, als ich ihn anschrie, ich würde mir so viel Mühe mit ihm geben.

Meine Mutter kam 3 Minuten später in mein Zimmer, ich schaute mir weinend mein Fotoalbum von Wernigerode an. Sie saß nur kurz neben mir, dann sah sie ein Bild, dass ihr nicht gefiel. Sie bat mich nachdrücklich, es rauszunehmen. Dann stand sie wieder auf und ging.

Ich weiß, was ich fühle. Es ist nicht nötig, es tatsächlich zu fühlen. Zu WISSEN, ist richtig; nicht, zu FÜHLEN. Ich merke, wie ich vor und zurück wippe, wie ich zittere, weil ich nicht fühlen will. Wie sich mein Körper wehrt. Der Druck auf meinem Hinterkopf ist beinahe nicht zu ertragen. Ich habe Angst, in mich hinein zu hören, denn ich weiß, was mich dort erwartet.

Ich bin doch noch ein Kind.

21.12.12 21:51

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